Allein auf weiter Flur

Nach einer Nacht in meinem Winterschlafsack wachte ich erholt in meiner kleinen Holzhütte bei Ensisheim auf. Bauer Jean-Claude war schon weg auf einem Flohmarkt (seiner großen Leidenschaft), was er mir gestern noch bei einem gemeinsamen Bier und einem Teller Gemüsesuppe aus dem Tetrapack erzählte. So ging’s los, aus meiner bisher günstigsten (1 Bier) und außergewöhnlichsten Unterkunft. 🐎🙏🌾 Au revoir Ensisheim!

Nachtstimmung im Pilgerparadies
Und neben einem kurzen Gästebucheintrag in der Hütte noch ein ‚Danke‘ am Hof!

Trocken ging es los, vorbei an Seen, Bächen und durch kleine Waldabschnitte, sowie durch die bekannten Maisfelder. Bald änderte sich leider das Wetter und es hörte dann auch bis zur Ankunft in Thann nicht mehr auf zu regnen. 🤤🌧️

Wegabschnitt am See bei Ensisheim
Und ein Abschnitt der schön gestalteten Uferpromenade bei Cernay – leider im Regen

Keine Wanderer, keine Radfahrer – nur der Regen, der Wind und ich. Und eine Packung französischer Minisalamis die ich mir unter einem großen Baum als isotonischen Pausensnack einverleibte. Soviel Zeit muss sein, Regen hin oder her! 🤷‍♂️ Das keine richtigen Pausen möglich waren merkte ich dann spätestens ab Kilometer 20 auch in den Füßen und so freute ich mich, als langsam Thann und die Vogesen zum Vorschein kamen. Die Vogesen hätte ich eigentlich schon die letzten Tage sehen sollen, leider war das aber durch Wolken, Nebel und Regen dann doch erst heute der Fall. 🧐 In Thann angekommen ging es für mich dann direkt zum Münster. 😍

Die ersten Häuser von Thann und die Berge der Vogesen 🏞️
Herbstliches Münster Thann
Und die schön verzierten Fenster mit Altar und Bänken

Nun sitze ich ca. 5 Minuten vom Münster entfernt in meinem 3-Bett-Zimmer in der Pilgerunterkunft. Vorher meinte ich kurz ein paar Pilger erspäht zu haben, aber sie hatten weder Muschel noch Stab und die Rucksäcke sahen eher nach einem Überlebenstraining in Alaska aus. Bisher sind sie nicht aufgetaucht – wir werden sehen. Jedenfalls bin ich froh in der Unterkunft zu sein, nachdem ich nach meiner Ankunft ca. 2 Stunden darauf warten musste, dass geöffnet wird. War aber kein großes Problem, denn es gab noch Salami, Müsliriegel und Bananen im Rucksack zu plündern. 😜🍌 Morgen versuche ich mein Glück voraussichtlich in einer Klosterkirche – falls längere Zeit kein Eintrag hier kommt lebe ich evtl. als Nonne Michelle in Bellemagny. 🙏 Euch eine gute Nacht und buen camino 🏃‍♂️🌠

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