Rückblick 18./19.12. vom Burgerwunder im Sonnenschein

Am Donnerstag 18.12. strahlte die Sonne, als ich mich über Waldwege auf dem Camino bewege. Fast frühlingshaft ist das Wetter, keine Spur von Winter, Regen oder gar Schnee. Bei 15 Grad laufe ich fröhlich vor mich hin – es sind ohnehin nur knapp 21km von Roquefort bis nach Bougue. In einem kleinen Ort tuckert ein Auto hinter mir her – nanu? Ich lasse doch genug Platz zum Vorbeifahren? Als die ältere Dame dann langsam vorbeirollt hält sie an, wünscht mir einen guten Weg und sagt mir ich solle doch im nächsten Ort in der Kirche vorbeischauen, dort wäre im Nebenraum ein Pilgerstop eingerichtet. Danke! ❤️🏃‍♂️ Als ich dort ankomme gibt es alles was man sich für eine kurze oder längere Pause wünscht. Kaffeemaschine, Wasserkocher, sogar eine Mikrowelle! Ich mache mir einen Tee, setze mich aufs Sofa und freue mich über diese coole Einrichtung der Kirche!⛪

Von der Sonne begleitet…
… vorbei an den Hinterlassenschaften der Jäger…
… bis zum liebevoll eingerichteten Pilgerstop! 👣

Nach dieser kleinen überraschenden Pause vergeht der Rest wie im Flug. Bereits am frühen Nachmittag stehe ich im örtlichen Café um die Schlüssel zur kommunalen Herberge abzuholen. Bei dieser Gegenheit kaufe ich dort auch noch gleich etwas ein. Ein Regal mit Lebensmitteln dient als Minisupermarkt. BAGUETTE! 🥖Und auch etwas Gemüse in Dosen, dann geht der Reis später besser runter. 😜 In der Herberge zögere ich das Kochen dann immer weiter hinaus. Lieber suche ich nach Unterkünften für die nächsten Tage – schwierig vor Weihnachten! 🙄 Als ich mit dem Telefon vor der Tür stehe sehe ich einen kleinen Truck der direkt vor der Unterkunft auf dem Marktplatz parkt und aus dem ein wunderbarer Geruch in meine Richtung weht. Das war der Beginn des ‚Burgerwunders von Bougue‘. 😂🍔 Der Reis und das Gemüse müssen noch einen Tag warten!

🙌

Mit viel Power durch die wertvolle Pilgernahrung starte ich am nächsten Tag meine Etappe. Zwar zeigt sich die Sonne nur selten, allerdings bleibt es trocken. So laufe ich fröhlichen Pilgerschritts mit trockenen Füßen durch die französischen Wälder in Richtung Saint-Sever.

Nach 31 Kilometern komme ich gut an, allerdings auch etwas platt, da Saint-Sever etwas erhöht liegt. Ich bekomme die Schlüssel im Tourismusbüro und suche die Herberge. 🏃‍♂️Vor dem Gebäude wartet bereits der holländische Hosptalier, der ehrenamtlich als Nachbar mithilft. Obwohl ich sein Französisch besser verstehe als sein Deutsch überfrachtet er mich auf Deutsch mit Informationen und Hilfestellungen. Kurz bin ich erschlagen. Als ich ihm sage, dass ich für Freitag eine relativ teure Unterkunft habe weil alles ausgebucht oder geschlossen ist zückt er sein Handy und will irgendwo anrufen. Eine Herberge abseits des Caminos, eine komplett andere Route – ‚Kein Problem‘, wie er meint. Ich bin froh, dass es nicht klappt. 😂👌Danach noch den Tip doch einfach morgen mit einem Bus nach XY zu fahren: ‚Von dort ist es dann kein Problem mit den Herbergen.‘ Auch diese Hilfestellung lehne ich dankend ab, ebenso wie den Hinweis, dass man hier auch sehr gut trampen kann, welchen ich allerdings stillschweigend abnicke. 🤷‍♂️🥳 So schafft es dann letztendlich nach der Informationsflut auch der Reis und das Gemüse in meinen Bauch, ebenso wie das tägliche Baguette. Ich spüre wie sich die Baguette-DNA in mir erweitert! 😜🇨🇵🥖 Soviel zum Rückblick, wenn das Internet heute durchhält gibt es nachher den aktuellen Tagesbericht. Soweit aber schonmal buen camino! 🏃‍♂️🌠

Vor der Unterkunft in Saint-Sever

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s