Da ist was im Busch

In der letzten Nacht hat es ganz schön gestürmt wie ich am Frühstückstisch erfahre. Zahlreiche Bäume sind wohl wieder umgekippt, ich habe von dem ganzen Spektakel Nichts mitbekommen, denn ich war beschäftigt damit von Spanien zu träumen. 😴🛌 Wechselhaftes Wetter steht für heute an, ein Start im Regen führt mich direkt auf die Landstraße. Zahlreiche Autos, der Grünstreifen sehr schmal – wenn ein Auto entgegenkommt muss ich immer kurz stehenbleiben. 👣 Dann die Schilder auf der Straße ‚Chasse en cours‘ – Jägerparty für die nächsten 5 Kilometer direkt neben der Landstraße. 🤷‍♂️ Dabei hatte ich schon das Gefühl gehabt hier im Baskenland geht es weniger wild zu. Links höre ich schon die Hunde, mit Glocken um den Hals, durchs angrenzende Gebüsch hetzen – Rechts die erste rote Weste im Gebüsch, ein Jäger der runter zur Straße glotzt und mich, in meinem roten Mantel, mit Warnweste und Stirnlampe, wohl genauso sonderbar findet wie ich ihn. 10 Meter weiter sitzt eine Gelbweste im Busch, Gewehr im Arm. Fragend hebe ich den Daumen und deute auf die Straße? ‚Alles Okay‘ , deutet der Buschversteckmeister mir zu. Na dann! Während ich hinter mir noch 3 Schüsse höre freue ich mich danach erstmal nur noch Autos zu begegnen. 🥳🚙

Start auf dem schmalen Grünstreifen 👣

Nach ca. 10 Kilometern ein etwas größerer Ort. Eine Bäckerei hat offen. 😍 Sandwiches gibt es keine also genehmige ich mir ein Schokobrötchen und eine Cola. Währenddessen hört es auf zu regnen. Als ich mein Regencape verpackt habe und entlang der nächsten Landstraße weiterpilgere winkt mich eine ältere Dame in ihren Hof. Ein kleines Café, sie lädt mich ein und erzählt mir allerlei Geschichten über Weihnachten und Pilger. Alles verstehe ich nicht, das Geschenk nehme ich aber gerne an. ❤️

Weiter entlang der Straße…
… bis zum Überraschungsstop im Gartencafé ☕

Plötzlich geht es wieder in den Wald, steil bergauf auf unwegsamen, aufgeweichten Wegen. Für ca. 5 Kilometer bin ich weg von der Zivilisation – und zum Glück auch weg von jeglichen Jagdfreunden. 🌳🌲

Ein bisschen Natur nach dem Straßenlauf…
… und ein Weg, der gleichzeitig auch ein kleiner Bach ist. 😉

Danach geht’s vorbei an Bauernhöfen und in Richtung Tagesziel Saint-Palais. Plötzlich spüre ich etwas an meiner Hand stupsen und erschrecke kurz. Der nächste Hund. Heute aber ohne Gebell, er wollte einfach nur kurz ‚Hallo‘ sagen und dann los auf den Camino. Er trägt ein Halsband mit Telefonnummer und läuft einige Kilometer mit mir. 🐕 An einem fremden Hof zofft er sich mit einem anderen Hund. Unangenehme Situation. Ein paar Autofahrer winken uns zu. 🙋‍♂️🚙 Danke uns geht’s gut! Dann ist der Kleine wieder so plötzlich weg, wie er aufgetaucht ist. Machs gut!

Baskische Vierbeinerbekanntschaft

Zum Abschluss gibt’s nochmal ordentlich Regen auf den letzten Kilometern bevor ich in Saint-Palais einlaufe. Mal schauen wie es morgen weitergeht. Wenn alles klappt erreiche ich Saint-Jean-Pied-de-Port, den großen Pilgerstartort des Jakobswegs. Freue mich sehr auf diesen Meilenstein. Gibt es andere Pilger? Wird sich das Verhältnis Pilgerhund/Pilger (Bisher 4 zu1) verändern? Wie wird der Weg? Was machen die Pyrenäen? Ich bin gespannt auf jeden Meter und wünsche euch eine gute Nacht und buen camino! 🏃‍♂️🌠

Ein Kommentar zu „Da ist was im Busch

  1. Oh Michi, wie ich Dein Durchhaltevermögen bewundere, wünsche Dir jetzt erstmal ein guads Nächtle u schöne Träume. Fühl Dich umärmelt, Bussi Mom 😘❤️😘

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